27. Januar 2010, 19 Uhr: Mit der Apple Keynote beginnt das Event, auf das nicht nur Apple Fans gewartet haben. Apple will eine neue Produktgruppe einführen, eine Brückentier zwischen Smartphone und PC. Steve Jobs beeindruckendster Satz war wohl: “If there’s gonna be a third category, it has to be better at these tasks — otherwise it has no reason for being.” Und dann packte er es aus, das iPad. Und plötzlich kam mir mein iPhone so klein vor. Das iPad sieht aus wie ein Riesen-iPod-Touch, klar irgendwo muss der 25cm Screen ja untergebracht werden. Den Tech Freaks wurde bei der Präsentation sehr schnell klar, es ist nicht das Wundergerät, das sich viele gewünscht haben. Kein Multitasking, keine Flashunterstützung im Browser, keine Kamera. Doch was kann das Ding dann, dass es eine Existenzberechtigung hätte? Es ist eine Multimedia Maschine. Es spielt Filme in brillianter Qualität ab, das Email Programm sieht mehr als nur gut aus, es gibt eine Version von iWork dafür. Dadurch dass es auf dem iPhone OS basiert, stehen zum Marktstart bereits 140.000 Programme und Spiele zum Download bereit. Es gibt eine eBook Reader Funktion mit angeschlossenem Store (iBooks). Es ist dünn und es ist leicht.
Kann das iPad einen PC ersetzen? Nein. Soll es das? Nein. Das iPad ist nicht darauf ausgelegt, ein vollwertiger PC zu sein. Das was mit Netbooks versucht wurde, nämlich PCs in Handtaschenformat zu bringen, wurde hier bewusst nicht angestrebt. Das iPad ist ein Entertainment Device. Und wenn man es als solches betrachtet und versteht, versteht man auch, warum es erfolgreich sein wird. Im Gegensatz zu Netbooks wird das OS hier nicht durch schwache Hardware ausgebremst, sondern durch verbesserte Hardware beschleunigt. Kein ruckeln, keine Verzögerungen, it just works. Durch iBooks wird es gerade dem Amazon Kindle eine große Konkurrenz bieten. Apple wird mit eBooks das machen, was es auch mit MP3 gemacht hat. Den Markt gewaltig aufmischen.
Und wie auch beim iPhone wird es beim iPad so sein, dass die Apps das große Zugpferd sein werden. Die Demos von Gameloft und EA versprechen viel Gutes, und dabei hatten die Programmierer gerade einmal 2 Wochen Zeit, die Apps iPad gerecht umzuschreiben. Das alles für sich betrachtet ist durchaus beeindruckend. Ist es vielleicht doch das Wundergerät, das sich alle gewünscht haben? Nein. Es ist ein Gerät für den Massenmarkt. Und der massenmarkt wünscht sich keine technisch ausgereizten Produkte. Der Massenmarkt setzt auf einfache Handhabung. Und das hat Apple mal wieder hinbekommen. Leute mit einem iPhone oder iPod Touch (und das sind 75 Mio weltweit) können das Gerät out of the Box bedienen, wissen etwas damit anzufangen. Einsteigern wird es hingegen sehr einfach gemacht. Die intuitive Bedienung des OS ist selbst für Kinder geeignet.
Am meisten überraschte Apple letztendlich aber mit dem Preis. Was wurde nicht alles spekuliert im Vorfeld. Preise zwischen $800 und $1000 galten als relativ sicher. Doch weit gefehlt. Apple verkauft das iPad (ohne Vertrag oder sonstiges) für $499. Das ist Netbook Niveau. Für ein Apple Produkt eigentlich viel zu niedrig. Aber auch das zeigt, wie aggressiv Apple die neue Produktreihe in den Markt drängt. Kauf ich mir nun ein Netbook oder ein iPad, um mal gelegentlich zu surfen und eine Mail zu schreiben? Hmm, nehm ich doch das iPad, dann kann ich auch noch Filme schauen, eBooks lesen, Spiele spielen… eBooks sind die Zukunft, hol ich mir ein Amazon Kindle dafür? Hmm, warum kein iPad, da hab ich gleich noch eine Surfmaschine, ein Fotoalbum, eine Spielekonsole…und das für $10 mehr…
Das iPad hat ein unglaublich großes Potential, es wird die Softwarebranche noch mehr pushen, eBooks werden dadurch noch viel mehr an Popularität gewinnen und Mobile Entertainment wird einen neuen Stellenwert einnehmen. Und die Tech Freaks? Die dürfen weiter von einem Wundergerät träumen…
Was ist Eure Meinung zum iPad? Wart Ihr enttäuscht oder begeistert von dem was es kann? Werdet Ihr Euch eins holen? Wenn ja, zu welchen Zwecken?
Dieser Artikel von René auf MobiFlip.de hat mich dazu veranlasst, mal genauer darüber nachzudenken, warum in der Handywelt immer nur das iPhone als Referenzgerät hergenommen wird. Was macht die Faszination iPhone aus? Warum vergleicht jeder, der meint ein Handy mit einem anderen vergleichen zu müssen, er muss das iPhone als Referenz nehmen?
Am 29. Juni 2007 kam das erste iPhone in den USA auf den Markt. Die Leute standen Schlange, um ein Handy zu bekommen, das durchaus nicht mit damals aktuellen Geräten vergleichbar war – und das ist nicht positiv gemeint. Es konnte keine MMS verschicken, hatte trotz der Haupteigenschaft Internet kein UMTS Modul, die 2MP Kamera kam ohne Fotolicht und glänzte auch sonst nicht mit ihrer Bildqualität, Multitasking gab es auch nicht und von einem AppStore war noch keine Rede. Dafür gab es teure Verträge, ein teures Gerät und die Gewissheit, das Handy nur in einem bestimmten Netz benutzen zu können. Dennoch verkaufte sich schon das “original” iPhone wie warme Semmeln. Eine nicht zu unterschätzende Mitschuld daran trägt sicher die Marketingabteilung von Apple, die gekonnt selbstverständliche Features als neu und bahnbrechend darstellen kann. Gemischt mit einer spektakulären Keynote von Steve Jobs und einer recht aktiven Apple Fangemeinde, MUSSTE sich das Gerät verkaufen. Promis wurden mit iPhones versorgt und präsentierten diese bereitwillig in der Öffentlichkeit. Man konnte also mit einem Handyvertrag und Zahlung eines nicht gerade geringen Betrages in diese Glitzerwelt einsteigen.
Schnell wurden dann aber auch Stimmen laut, dass das iPhone gar nicht so toll ist, wie immer behauptet wird. Apple legte ein Jahr später nach, mit dem iPhone 3G. Immer noch kein Multitasking, dafür aber GPS und UMTS Modul an Bord. Das sollte reichen, um die bösen Kritiker verstummen zu lassen. Außerdem wurde das Herzstück des iPhones, das Betriebssystem aufgebohrt, so dass MMS (nutzt die überhaupt jemand?) möglich waren. Als dann im Juli 2008 der AppStore an den Start ging, ging ein Ruck durch die Handywelt. Bereits zum Start gab es 500 Programme, teils kostenlos, teils zu, für Handysoftware ungewohnten, niedrigen Preisen. Plötzlich konnte das iPhone, das Überphone soviel mehr als andere Handys. Sicher? Nein. Nokia hat mit seinem Symbian Betriebssystem seit Jahren ein System, auf dem sich hochwertige Software installieren lässt. Das Problem daran, Symbian ist zu kompliziert, sowohl für die Programmierer, als auch für den Anwender. Die Geräte sind auf Grund des Betriebssystems zu langsam, reagieren nicht so geschmeidig wie ein iPhone, lassen sich auch nicht so intuitiv bedienen. Was ist mit Windows Mobile? Ebenfalls ein Betriebssystem, welches sich mit Zusatzprogrammen aufhübschen lässt und zusätzliche Features bringt. Aber auch hier gilt, zu kompliziert, zu unmodern.
Es dauerte nicht lange, da waren die ersten Softwarekracher für das iPhone und den iPod Touch verfügbar und das Handy wurde mehr und mehr zum Unterhaltungsterminal. Internet, MP3 Player und Spielekonsole in einem. Da verschmerzt man auch die schlechte Kamera, da man ja sowieso seine Digicam dabei hat, wenn man mal was fotografieren möchte. Der AppStore mit seinen 100.000 verfügbaren Programmen ist auch noch heute das Zugpferd für das iPhone. Der Begriff Apps wurde populär und nun will jeder ein Stück vom großen Softwarekuchen abhaben. Selbst RIM, wohl nach wie vor der Marktführer im Bereich Businesshandys (Einschätzung von mir, kann genausogut sein, dass sie kurz vorm Bankrott stehen), bewirbt seine Handys plöltzlich mit hochauflösenden Spielen anstatt mit seinem genialen Email Service. Google versucht mit dem Android Market sein Glück, Nokia hat den OviStore ins Leben gerufen. Allerdings hat dabei wohl kaum jemand bedacht, dass die Kundschaft auch bereit sein muss, für Content zu zahlen. Apple Nutzer sind dies gewohnt, ist man doch seit Jahren an iTunes gebunden. Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor ist auch die Einfachheit einer Zusatzinstallation. Hier mal ein kurzer Vergleich:
iPhone: AppStore aufrufen, Programm auswählen, iTunes Kennwort eingeben, fertig.
Nokia: OviStore aufrufen, Programm auswählen, Login eingeben, irgendiwe die Bezahlung regeln, runterladen, installieren, OviStore wieder schliessen, fertig.
Es ist nach wie vor so, dass gerade bei Nokia, es einfacher ist, sich irgendwo eine gecrackte Version eines Programms runterzuladen, als diese legal zu erwerben. Und das sollte normalerweise nicht der Fall sein dürfen. Programm googlen, runterladen, installieren, nutzen. So dürfte der typische Nokia Nutzer vorgehen. Warum sollte er es auch komplizierter machen und dafür auch noch zahlen? Apps sind nicht zwangsläufig ein Garant für Verkäufe, insbesondere wenn diese nicht entsprechend präsentiert werden.
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die Art und Weise, wie Apple das iPhone darstellt, die Eigenschaften hervorhebt und die Einfachheit der Bedienung sind meiner Meinung nach das, womit sich die anderen messen müssen. Google ist mit Android auf dem besten Weg, da ranzukommen und die Vorstellung des Nexus One heute (05.01.2010) wird ihren Teil dazu beitragen. Nokia hat schwer zu kämpfen und versucht nun mit Maemo ein neues System im High-End Bereich zu platzieren, ob dies gelingt ist fraglich, man kann es nur hoffen und Nokia viel Glück wünschen. Motorola setzt ebenfalls auf Android und ist gut darin beraten, dies auch beizubehalten, das Motorola Milestone ist auch als solchiges zu betrachten. Und hier kristallisiert sich nun auch heraus, warum alle Handys mit dem iPhone verglichen werden. Weil sie versuchen, dieses zu imitieren. Apple macht was vor, alle anderen rennen hinterher und versuchen das gleiche, anstatt auf Innovation zu setzen. Warum ist der Anteil der Touchscreenhandys auf dem Markt so drastisch gestiegen? Weil Apple es vorgemacht hat. Warum gibt es plötzlich für jedes Betriebssystem einen eigenen AppStore? Weil Apple es vorgemacht hat. Doch leider ist eine Kopie nie so gut wie das Original. Solange es keiner schafft, etwas neues, bahnbrechendes zu erschaffen (was zu diesem Zeitpunkt nicht denkbar ist), werden die Vergleiche nicht aufhören. Apple hat mit dem iPhone ein Feature geschaffen, welches anscheinend sehr schwer nachzumachen ist: Die Einfachheit. Jeder kann ein iPhone bedienen, ohne jemals eines in der Hand gehabt zu haben. Jeder schafft es, Software aus dem AppStore zu kaufen, ohne jemals zuvor etwas “heruntergeladen” zu haben. Wie stellt man das iPhone lautlos? Richtig, ein Kippschalter an der Seite des Gerätes wird umgelegt. Wie stelle ich ein N97 lautlos (Symbian)? Richtig, entweder drücke ich den Auschschaltknopf kurz und wähle dann ein Profil aus, welches ich vorher hoffentlich so bearbeitet habe, dass es wirklich lautlos ist, oder ich geh ins Menü, suche den punkt Profile, wähle das passende und aktiviere es. Ganz schön kompliziert und zeitaufwendig für ein Feature, das zumindest ich mehrmals täglich nutze. Und so zieht sich das durch das ganze System.
Die iPhone Brille, von der im oben genannten Artikel gesprochen wird, sind nicht die technischen Merkmale des iPhones, es ist auch nicht ein oder mehrere Killerfeatures, die kein anderer hat. Es ist das Komplettpaket, welches dem Durchschnittsuser auf eine mitunter genial einfache Weise am technischen Fortschritt teilhaben lässt. Da macht es auch nichts, wenn das iPhone eben nicht auf aktuellem technischen Stand ist. Wozu auch?
Kaum eine Handyapplikation dürfte dieses Jahr soviel Aufsehen erregt haben, wie eine, die es noch gar nicht gibt. Mit der Ankündigung der Tagesschau App auf dem iPhone ging eine Diskussion los, die ihresgleichen sucht. Selbst Politiker müssen sich einmischen und sogar der Ruf nach einem Mediengipfel wird laut? Doch warum das ganze? Viele argumentieren, dass die App von den Gebührenzahlern finanziert wird. Das mag stimmen, aber wo liegt das Problem?
Klar könnte man argumentieren, dass eine App, die von jedermann finanziert wird, auch für jedermann zugänglich sein muss. Was ist dann aber mit ARD Digital? Oder ZDF Neo? Beide Programme (die hier nur als ein Beispiel von vielen stehen), sind durchaus NICHT für jedermann zugänglich und werden durchaus von jedermann bezahlt. Zudem bringt eine Tagesschau App keine Inhalte, die nicht auch auf der Webseite oder eben im Fernsehprogramm verfügbar wären. Und die App selber verursacht nun wirklich keine großen Kosten. Die Servertechnik ist bereits vorhanden und eine App mit einfacher XML Abfrage zu bauen ist eine Sache von Stunden und dementsprechend niedrigen Kosten.
Selbstverständlich haben andere Apps, wie die der Bild oder der Welt, welche Paycontent liefern, ihre Berechtigung und ich persönlich finde den Schritt auch gut, aber so gegen eine Free App zu wettern, nur weil man befürchtet, man hätte Einbußen bei den Sales, ist einfach nur schwach und hat mit gesundem Wettbewerb nichts zu tun. Diese ganze Diskussion über ein Thema, das unwichtiger nicht sein könnte, erinnert mich irgendwie sehr stark an den Schweinegrippe Hype (eine handvoll Tote durch Schweinegrippe gegen tausende Tote jährlich durch “normale” Grippe: wo ist da die schlimme Epidemie/Pandemie?) erinnert.
Für den Ruf mobiler Software ist jede App eine gute App. Egal ob sie kostenlos von den öffentlich rechtlichen kommt oder Payware von Zeitungen ist. Lasst sie kommen und den Nutzer entscheiden, was er für sinnvoller hält.
Und mal so nebenbei, einen Mediengipfel wegen einer App einzuberufen, ja selbst eine Äußerung zu dem Thema eines politiker, kostet wahrscheinlich mehr, als die App selber.
Nach meinen gestrigen Tops 2009, folgen heute also die Flops. Dinge, die man sich gerne hätte ersparen wollen, aber es dann doch nicht tat. Zum jetzigen Zeitpunkt fällt mir allerdings nur ein einziger Flop ein, ich hoffe im Laufe des Artikels meldet sich noch irgendwas bei mir, das es verdient, hier auch erwähnt zu werden. Auch hier gilt wieder, es ist meine persönliche Meinung, Eure Flops könnt Ihr in den Kommentaren hinterlassen.
Nokia hat es mit dem N900 ja auch in meine Tops geschafft, sorgt aber gleichzeitig auch für DEN Flop überhaupt. Ein Flop in allen Bereichen. Und Schuld daran ist ein einziges Gerät: …trommelwirbel… Das Nokia N97. Ich denke, es gibt kaum einen Symbian Fan, der sich nicht auf das Gerät gefreut hat, es nicht abwarten konnte es auszuprobieren, oder schlimmer noch, es zu kaufen. Von Nokia als DAS Gerät schlechthin angepriesen, war jeder scharf drauf. Und dann?
Erster Flop: An Tag 2 nach dem Verkaufsstart, war das Gerät hier im Haus. Out of the Box NICHT mit der aktuellen Firmware ausgeliefert, also NSU gestartet, Firmware Update gemacht und aus die Maus. Gerät war in einer Rebootschleife, musste eingeschickt werden. Nach nichteinmal einer Woche war es wieder da (das verdient in der Tat ein Lob, da ich sonst wesentlich längere Wartezeiten von Nokia kenne), aktuelle Firmware drauf, alles Top. Trotzdem, es kann nicht sein, dass Nokia ein frisch auf dem Markt eingeführtes “Flagship-Device” nicht mit aktueller Firmware ausliefert.
Zweiter Flop: Kurz nach dem Verkaufsstart kamen von vielen Bloggern aus der ganzen Welt erste Berichte über einen Kameraslider, der Kratzer verursacht. Und zwar so, dass auch Fotos davon beeinträchtigt werden. Nokia hielt eine Weile still, bis dann angeboten wurde, bei betroffenen Geräten den Slider auszutauschen. Man bedenke: Nokia warb mit der tollen Kamera des N97, merkte aber in Qualitätstests (seit diesem Zeitpunkt bezweifel ich, dass Nokia überhaupt solche Tests durchführt) nicht, dass der Slider der Kamera Kratzer verursacht? Nicht nachvollziehbar, da die Kratzer bereits nach sehr kurzer zeit der Nutzung auftreten.
Dritter Flop: Die Firmware. Für einen iPhone Killer (und das war es, was das N97 werden sollte) erwarte ich eine stabile Firmware, mit der man auch arbeiten kann. Selbst heute ist es noch so (FW 20.irgendwas), dass, wenn ich einen umgeleiteten Anruf (o2 Homezone) bekomme, sich das Gerät nach dem Gespräch gnadenlos aufhängt. Das Display bleibt hell erleuchtet, das Gerät reagiert auf nichts. Erst nach Entfernung des Akkus läuft es wieder. Kann doch nicht sooo schwierig sein, diesen Fehler zu beheben?!
Vierter Flop: Die Hardware Specs. Schwacher Prozessor, wenig RAM, zu wenig interner Speicher. Nokia bringt ein Gerät auf den Markt, das für das, was es können soll, viel zu schwach ausgestattet ist. Was bringt mir Multitasking, wenn der RAM bei 2 geöffneten Programmen schon so überlastet ist, dass es einfach keinen Spass mehr macht, das Gerät zu nutzen? Sicher ist es problematisch, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Akkuleistung und Leistung des Gerätes zu finden, aber doch nicht so. Zudem kommen magere 55MB freier Speicher auf Laufwerk C, was ja kein Problem wäre, würde nicht jede Symbian App irgendwas da drauf hinterlassen. Zudem gibt es Apps, die eine Installation auf Laufwerk C vorraussetzen. Da ist man schnell an die Grenzen des Gerätes gestoßen. Selbst mein mittlerweile veraltetes E66 (nach wie vor das beste Symbiangerät, das jemals erhältlich war, meine Meinung) hat 128MB. Das wirft natürlich wieder die Frage nach der Qualitätskontrolle auf.
Fünfter Flop: Das N97 Mini. Nein, nicht das N97 mini ist der Flop, im Gegenteil. Das N97 mini ist das, was das N97 gerne geworden wäre. 14 Tage nach Markteinführung des N97 kündigt Nokia das N97 mini an. Nachdem ein halbes Jahr aggressivste Werbung für das N97 gefahren wurde. Ich meine, wie krass ist das bitte? Man denkt, cool, ich kauf mir das Nokia Flagship Device 2009, da hab ich wenigsten für ein Jahr oder so ein Top Gerät und zwei Wochen später kommt eine verbesserte Version, die auch noch günstiger ist? Sowas ist für mich inakzeptabel. Sicher, die Entwicklung des N97 hat bestimmt einiges gekostet, und solche Kosten möchte man als Unternehmen gerne wieder reinholen, aber ist es für ein Unternehmen nicht teurer, treue Kunden zu verprellen? Ich habe in den letzten Jahren so viele Leute von Nokia überzeugt, mittlerweile muss ich leider sagen, lasst lieber die Finger davon. Zumindest im High-End Bereich.
Danke Nokia, dass ich hier auf meinem Schreibtisch € 550,- in Form eines Haufen Plastiks mit Hintergrundbeleuchtung liegen habe. Danke für dieses grandiose 2009. Danke für Eure Qualitätschecks. Danke für die Antworten auf die ganzen Mails an den Nokia Service, die ich nie bekommen habe. Danke, dass Ihr mich zu Apple getrieben habt, mir hätte nichts besseres passieren können. Wenn Ihr es irgendwann mal wieder schafft, ein Flagship Device rauszubringen, das diesen Namen auch verdient, versuche ich es vielleicht nocheinmal. Vielleicht.
Ihr seht, für mich gab es nur einen einzigen Flop 2009, beziehungsweise sind es ja mehrere Flops vereint in einem Gerät. Was waren Eure Negativhighlights?
2009 ist fast vorbei und es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses Jahr noch eine große Überraschung auf den Markt kommt. Also ist es Zeit für einen kleinen Rückblick. Da dieser wohl eher sehr subjektiv sein wird, steht es jedem frei, in den Kommentaren seine persönlichen Tops zu hinterlassen. Sicher auch für andere Leser sehr interessant. Auch werde ich nicht auf bestimmte Kategorien eingehen, es ist mehr ein persönlicher Rückblick auf mein Technikjahr. Was hat mich begeister und, in einem anderen Artikel, was hat mich enttäuscht.
Fangen wir doch mal, wer hätte es gedacht, mit Apple an. Das iPhone 3GS ist zwar im Prinzip nur eine geringfügig verbesserte Version des bereits 2008 erschienenen iPhone 3G, dennoch, ein ganz klares Highlight. Das liegt weniger an Apple bzw. dem iPhone selbst, als vielmehr an den kläglichen Versuchen anderer Handyhersteller, dieses zu kopieren. Wie oft konnte man lesen: “XY baut den iPhone Killer” Und was war? Pustekuchen. Und ja, natürlich gibt es jede Menge Smartphones, die technisch besser sind (bessere Kamera, Multitasking, stärkerer Prozessor), aber braucht der Nutzer das? Anscheinend nicht. Beim Rennen um das leistungsstärkste Smartphone haben die meisten Hersteller eines vergessen: Den Nutzer. Der Nutzer möchte ein Gerät, das er bedienen kann. Ein Gerät, das genau das macht was es in diesem Moment soll. Genau das macht das iPhone. Viele Kritiker bemängeln das fehlende Multitasking. In meinen Augen kommen solche Kritiker aus den Reihen Windows Mobile oder Symbian, wo in der Tat Multitasking ein essentielles Feature ist, um mit den Geräten halbwegs vernünftig zu arbeiten. Das iphone braucht aber kein Multitasking. Warum? Um beispielsweise bei Symbian ein Programm über Multitasking zu wechseln, benötigt man ca. 3 Sekunden. In diesen 3 Sekunden hat das iPhone die eine App geschlossen und die nächste geladen. Wozu also Multitasking? Ein Symbian Smartphone wird durch mehrere geöffnete Programme langsam und instabil, das iPhone bietet jeder App die volle Leistung. Ausserdem braucht man auch kein Mailprogramm im Hintergrund laufen lassen, da dieses bei Apples Prachtstück auch inaktiv Mails empfängt. Der MP3 Player läuft im Hintergrund, mehr ist nicht nötig.
Aber auch Android kommt gut weg. Konnte man das erste Google Handy, das G1 getrost in die Tonne treten, können heute vor allem das HTC Hero und das Motorola Milestone überzeugen. Neben den Geräten selbst, helfen hier natürlich auch, oder gerade, die unzähligen Google Services. Die mit dem Motorola Milestone eingeführte Navigation über Google Maps kann wohl als die Killer App 2009 bezeichnet werden. Auf jedem anderen Gerät sind bis zu € 100,- fällig, wenn man sein Handy auch als Navigationslösung nutzen möchte. Wenn Google mit Android so weiter macht wie bisher, werden es bestimmt interessante Jahre. Apple wird sich nicht so leicht unterkriegen lassen und auch andere Hersteller wie Nokia oder Samsung werden nicht kampflos aufgeben.
Die Überraschung des Jahres hat aber Palm mit seinem Pré hingelegt. Das Betriebssystem ist sehr nutzerfreundlich, auch wenn es noch einige Macken hat. Aber es lässt sich sehr intuitiv bedienen. Hätte Palm noch etwas mehr Wert auf ein hochwertiges Gehäuse gelegt, wäre ihnen sicher der große Wurf gelungen. Aber wie so oft ist der Ansatz zwar gut, die Ausführung aber solala. Leider. Dennoch kann man gespannt sein, ob Palm das alles zu seinen Gunsten weiterentwickelt oder ob das Urgestein der Handheldindustrie doch noch in die Knie geht. Schade wäre es allemal.
Auch Nokia konnte mit Überraschungen punkten. Zum einen stieg Nokia in den Netbookmarkt ein (auf einem Apple Preisniveau), zum anderen wurde erstmals ein “Handy” (Internet Tablet mit GSM Modul trifft es wohl besser) mit Linux Betriebssystem (Maemo5) vorgestellt. Ob sie damit gut ankommen kann bezweifelt werden, aber man soll ja nichts unversucht lassen. Zu begrüßen ist es allemal und ich sehe es auch als richtigen Schritt, im High-End Bereich weg vom veralteten, langsamen Symbian zu gehen. Die Meinungen über das N900 gehen auseinander, aber betrachtet man das ganze nicht als Handy, sondern als das was es ist, scheint es doch ein recht ordentliches Gerät zu sein.
Die bereits 2008 gegründete Schweizer Firma Poken S.A. hat uns wohl das Gadget 2009 beschert. Die kleinen, bunten Poken, ob als Biene, Panda oder Vampir, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ein Poken ist eine elektronische Visitenkarte, die neben den normalen Visitenkarteninformationen unzählige Soziale Netze mit einschliesst. Beim Kontakt zweier Poken werden diese ausgetauscht und bei der Verbindung mit einem PC werden die Kontakte automatisch aufgenommen. Das ganze läuft über eine optisch schick gestaltete Weboberfläche und ist bei Veranstaltungen, Messen, etc. durchaus beliebt. Da die normalen Poken erstens durch ihr Aussehen und zweitens durch die begrenzten Funktionen nicht gerade businesstauglich waren, wurde nachgelegt und der Poken Pulse auf den Markt gebracht, ein USB Stick, der neben optischer Seriösität auch gleich noch ein wenig Speicherplatz mitbringt. Bei Preisen zwischen € 15,- (Satndardpoken) und € 30,- (Businessvariante) ein gadget, das durchaus Zukunft hat, solange sich Handyhersteller nicht auf einen einheitlichen Kontaktaustausch verständigen können. Sollte dies irgendwann einmal der Fall sein, dürfte das wohl das Ende der putzigen Tierchen sein.
Auch Microsoft ist in meinen Tops vertreten. Mit Windows 7 gelang dem weltgrößten und wohl auch am meist verspotteten Betriebssystemhersteller ein nicht gerade kleiner Coup. Windows 7 überzeugt und ist nicht so schwerfällig, wie das von Anfang an (wohl mehr durch das Internet schlecht gemachte, als wirklich schlechte) zum scheitern verurteilte Windows Vista. Ob die öffentliche Betaphase oder Microsoft selbst für das Gelingen verantwortlich sind, kann und will ich nicht beurteilen. Für mich steht fest, das Windows 7 ein sehr gelungenes Betriebssystem ist, mit dem ich gerne arbeite.
Das waren also meine Tops in 2009. Klar gibt es noch mehr, wie zum Beispiel die Senseo Latte Select (auf die ich immer noch warte
) oder die genialen Dyson Staubsauger, aber erstens wird es Euch wohl kaum interessieren und zweitens…es wird Euch wohl kaum interessieren. Falls jemandem aufgefallen ist, dass ich im Bereich Mobile Software gar keine Tops habe… Ich warte noch. Nein, es wird noch einen extra Artikel dazu geben, zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Bereich ist zu schnellebig und gerade im Bereich Mobile Games kann noch der ein oder andere Top Titel kommen.
Also, was waren Eure Tops im “Hardwarebereich”? Dabei ist es egal, aus welchem Bereich, und wenn es ein Tefal Dampfbügeleisen ist. Gibt es ein oder mehrere Highlights, die Euch spontan zu 2009 einfallen?




