Dec 312009

Kaum eine Handyapplikation dürfte dieses Jahr soviel Aufsehen erregt haben, wie eine, die es noch gar nicht gibt. Mit der Ankündigung der Tagesschau App auf dem iPhone ging eine Diskussion los, die ihresgleichen sucht. Selbst Politiker müssen sich einmischen und sogar der Ruf nach einem Mediengipfel wird laut? Doch warum das ganze? Viele argumentieren, dass die App von den Gebührenzahlern finanziert wird. Das mag stimmen, aber wo liegt das Problem?

Klar könnte man argumentieren, dass eine App, die von jedermann finanziert wird, auch für jedermann zugänglich sein muss. Was ist dann aber mit ARD Digital? Oder ZDF Neo? Beide Programme (die hier nur als ein Beispiel von vielen stehen), sind durchaus NICHT für jedermann zugänglich und werden durchaus von jedermann bezahlt. Zudem bringt eine Tagesschau App keine Inhalte, die nicht auch auf der Webseite oder eben im Fernsehprogramm verfügbar wären. Und die App selber verursacht nun wirklich keine großen Kosten. Die Servertechnik ist bereits vorhanden und eine App mit einfacher XML Abfrage zu bauen ist eine Sache von Stunden und dementsprechend niedrigen Kosten.

Selbstverständlich haben andere Apps, wie die der Bild oder der Welt, welche Paycontent liefern, ihre Berechtigung und ich persönlich finde den Schritt auch gut, aber so gegen eine Free App zu wettern, nur weil man befürchtet, man hätte Einbußen bei den Sales, ist einfach nur schwach und hat mit gesundem Wettbewerb nichts zu tun. Diese ganze Diskussion über ein Thema, das unwichtiger nicht sein könnte, erinnert mich irgendwie sehr stark an den Schweinegrippe Hype (eine handvoll Tote durch Schweinegrippe gegen tausende Tote jährlich durch “normale” Grippe: wo ist da die schlimme Epidemie/Pandemie?) erinnert.

Für den Ruf mobiler Software ist jede App eine gute App. Egal ob sie kostenlos von den öffentlich rechtlichen kommt oder Payware von Zeitungen ist. Lasst sie kommen und den Nutzer entscheiden, was er für sinnvoller hält.

Und mal so nebenbei, einen Mediengipfel wegen einer App einzuberufen, ja selbst eine Äußerung zu dem Thema eines politiker, kostet wahrscheinlich mehr, als die App selber.

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